Hintergrund

Samstag, 28. Dezember 2013

Weihnachten….

Lieber Leser,

Weihnachten war wunderschön! Klein aber fein haben wir uns im engsten Familienkreis getroffen; mein Vater durfte aus dem Spital nach Hause zum feiern, damit hatten wir eigentlich gar nicht gerechnet. Ich liebe das Haus meiner Eltern, es ist alt und technisch bestimmt nicht auf dem neusten Stand; aber ein echtes Feuer im einzigen Ofen ist Gemütlichkeit pur. Ausserdem gibt es bei meiner Mutter noch echte Kerzen am Baum. Da ist die weihnachtliche Magie deutlich besser zu spüren als mit einer Lichterkette. Ich konnte meiner Familie zum ersten Mal etwas auf der Geige vorspielen, was sie sehr beeindruckt und berührt hat und auch für mich eine Art Wunder ist. Wieviel man doch in ein Paar Monaten lernen kann, ich hatte es ganz vergessen.

Nach all den Festlichkeiten liege ich ein wenig im Delirium. Meinem Freund zufolge habe ich in den Tagen vor Weihnachten etwa 8 Stunden pro Tag gebastelt. War toll, mein Körper zeigt sich jetzt aber beleidigt und ich glaube es gibt keinen Muskel, der nicht komplett verspannt ist…. es hat sich aber gelohnt.

Hier eine Box mit Klöppelspitze darin, für meine Mutter.








Für meine Schwester, die am 24. Geburtstag hatte gab es eine Torten-Karte, sowie drei Wunderkerzen hübsch verpackt. Die tollen Anleitungen gibt's beim Stempeleinmaleins.





Von diesen kleinen Notizblöcken wurden auch einige verteilt, allerdings in einer blauen, winterlichen Variante:






Ich bin schon gespannt zu lesen, was ihr so gemacht habt.

Liebe Grüsse

Sonntag, 22. Dezember 2013

Weihnachten naht….

Lieber Leser,

ja, hier ist es wieder verdächtig still. Weihnachten will ja gut vorbereitet sein. Ideen spinnen, Geschenke kaufen oder basteln und hübsch verpacken….
Mein Haushalt ist an Chaos kaum zu überbieten, die Prioritäten liegen eindeutig woanders.
Die Weihnachtspost ist unterwegs und so finde ich doch noch Zeit, sie dir hier zu zeigen. Das Durcheinander am Schreibtisch und die miserablen Lichtverhältnisse bitte ich dich gnädigst zu ignorieren und gelobe im neuen Jahr Besserung.

Viel Vergnügen beim schauen und eine schöne, vorallem ruhige Weihnachtszeit wünsche ich dir












Motive: 
-Pinguine, Eichhörnchen & Sentiments von Lili of the Valley
-Schneeelfe von Penny Black
-Stern von Big Time Stempel

Umschlagstanze mit Brief von CC Design (glaub ich zumindest), von DIESER kreativen Dame hier entworfen. Ihr Blog ist unbedingt sehenswert!

Die Spitze und runden Spellbinders kommen ebenfalls von Big Time;
der Bakers-Twine vom Stempelgarten; das Glimmerzeug auf der ersten Karte ist "Frantage Shaved Ice" (Stampendous!) von Papercrafts.
Strukturschnee, Glöckchen und Zackenschere sind schon älter und keine Ahnung mehr woher :o

Alle Karten sind diesmal mit Albrecht Dürer Aquarellfarbstiften koloriert.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Von Schreibmaschinen und der guten alten Zeit

Lieber Leser,

es gibt Tage so voller Seltsamkeiten, dass einem fast der Sinn fehlt, sie überhaupt zu erfassen. Ich habe mich entschlossen, um die Berge von Photos der letzen Jahre zu bändigen, Project Life auszuprobieren. Nicht als Tagebuch, aber ich denke es lässt sich sicher auch bestens als Photoalbum einsetzen.
Deshalb war ich neulich in meinem bevorzugtem Stempelladen und habe mich mit entsprechendem Material eingedeckt. Zu den vielen wunderbar bunten Kärtchen, so dachte ich mir, würde die Schrift einer alten Schreibmaschine sicher ganz vorzüglich passen. Meine Mutter hatte zwar mal eine solche, mechanische, aber leider in einer Aktion des Entrümpelns vor zwei Jahren ebendiese Schreibmaschine entsorgt. So dachte sie zumindest.

Wie ich also die ganzen wunderbaren papierenen Köstlichkeiten bezahle und die Thematik der Schreibmaschine mit der netten Dame an der Kasse bespreche, mischt sich eine weitere Dame ins Gespräch ein und erzählt, dass sie zu Hause eine elektrische Schreibmaschine, mit Kugelkopf undsoweiter (worunter ich mir ehrlichgesagt nicht so viel vorstellen konnte) stehen hätte und eh schon lange entsorgen wollte; ich könne sie gleich haben.
Ehrlich nett wie sie war, packte sie mich gleich ins Auto, fuhr mit mir zu sich nach Hause, holte die besagte Kostbarkeit um mich dann ein paar Ortschaften weiter zu mir nach Hause zu chauffieren.
Ich bin nachträglich noch immer geplättet ob soviel Nettigkeit. Gnädigste, falls Sie das hier jemals lesen sollten: Allerherzlichsten Dank!!

Als ich die gute Maschine dann jedoch ausprobieren wollte, machte sich erst einmal Enttäuschung breit. Sie muckte nämlich nicht. Nicht mal ein bisschen. Nicht mal ein wenig.
Also gut, Netzstecker wurde getauscht, ein bisschen herumgeschraubt, überall gedrückt und gedreht, aber nichts nichts nichts passierte.


Etwas frustriert begann ich Gedanken zu spinnen über gute alte mechanische Maschinen, die auch nach hundert Jahren noch funktionierten, bei denen ein Tastendruck ausreichte um etwas zu bewegen, Farbbänder die man x-mal wieder zurückspulen kann um sie wieder und wieder zu verwenden….. Und so machte ich mich am nächsten Tag kurzerhand mit meiner Mutter auf eine Brocki-Tour. Ich suchte und fand eine gut erhaltene mechanische Maschine die kurzerhand mitgenommen wurde, sowie eine Küchenwaage (Inca, die Selbe wie meine Mutter von ihrer Grossmutter geerbt hat und immer noch funktionierend in Gebrauch; wenn das keine Qualitätsgarantie ist!)
Ich überglücklich nach Hause, mit nun ZWEI Schreibmaschinen, sofort losgebastelt.


Wiederum einen Tag später: mein Vater zu Besuch, der versprochen hatte, sich des Sorgenkindes anzunehmen. Er setzte sich vor das Maschinchen hin, steckte den Strom an und schaltete sie ein: und das Wunder geschah: das Kind schnurrte sofort los und schreibt seither auf Wunsch. Ich bin schwer überzeugt, das seine magisch-technische Ausstrahlung sie überzeugt hat. Und vielleicht hatte sie ja auch ein kleines bisschen Sehnsucht, noch einmal gebraucht zu werden ;)
Sie ist wirklich ein Wunder. Sperry Remington. Aussen wie neu, auch wenn der Schaumstoff in der Verschalung bröselt. Jeder Buchstabe wie ein Revolverschuss. Präzise, sauber, wundervoll.
Ach ja, und der Kugelkopf: im englischen heisst er Space ball. Lass dir das mal auf der Zunge zergehen: das ganze Universum von Buchstaben in dieser kleinen Kugel. Die Welten von Geschichten, die sie schreiben könnte, wenn ein inspirierter Strom von Gedanken durch sie flösse….


Das reicht jetzt langsam, nur noch Eines, als Nachspann sozusagen: Gestern, also etwa drei Wochen nach dieser Aktion die mich um zwei alltagstaugliche und dringend benötigte Geräte reicher gemacht hat, wollte meine Mutter ihre Wolle versorgen…. du weisst sicher, was sie dabei gefunden hat.

Alles Liebe
Sandra

Dienstag, 5. November 2013

Von den "singenden Dingen"

Lieber Leser,

beim Wolle wickeln schweifen die Gedanken weit.... und ich wickle gerade Merino mit Seide in Anthrazit. Als spontan-genialer Einfall für ein Weihnachtsgeschenk, den ich bereits anzweifle: ob ich so schnell stricken kann?
Aber die Wolle ist ein wundervolles Material und erinnert mich an Gedankenfäden; gesponnen, verzwirnt.... sie konzentrieren sich, werden dicker und konsistenter, robuster- und dann wieder unsauber und dünn, vielleicht reissen sie. Und der Faden dreht sich auf, verwickelt sich, verknotet. Er erträgt es auch nicht, stark gerieben zu werden. Dann verliert er seine flauschige Kompaktheit und wird unschön, rauh.

Was brauche ich für mein zu Hause, meinen Traum, so wie ich wohnen und leben möchte? Wo alles möglich wird? Das Bild ist noch sehr unscharf. Aber immer auf Anhieb fallen mir die "singenden Dinge" ein. Es sind Dinge aus bestimmten Materialien; erdverwandte (?), die eine spezielle Schwingung haben, eine Ausstrahlung die positiv wirkt. Für mich sind das Gefässe aus Ton an erster Stelle. Dann Holz, und zwar Echtholz und nicht Presspan, beschichtet. Dort vereinen sich zu viele Stimmen, wie wenn sie verwirrt wären. Und bringen Unruhe.
Und Wolle. Wolle macht das zu Hause erst gemütlich, fürsorglich.

Ziegel ist gut (auch Ton) und Stein. Kein Beton (gleiches Problem wie bei Presspan).
Und weiter geht der Faden, zieht... das Bild einer Wohnung, 600 Jahre alt, geschichtsträchtig und schwer wie die meisten alten Gebäude. Voll von Geschichten, Stimmen, Erlebnissen, Vergangenem.
Unsere Wohnung in Italien, gekauft von meinen Schwiegereltern die ihren Traum verwirklichen wollten und nicht konnten. Die Zeit ist so ein seltsam Ding. Ob es manchmal mehrere Generationen braucht, ein Vermächtnis einzulösen?
Alt und verlassen, die grosse Wohnung mit einem vielfachen an Platz als wie wir hier wohnen.
Fremdes, geliebtes Land. Ob es eine Möglichkeit gibt, unsere Leben zu kombinieren? Oder ist es nur der Duft des aufreissenden Alltags der so süss schmeckt?




Sonntag, 27. Oktober 2013

Season`s Greetings

Lieber Leser,

als ausgesprochenes Herbstkind weigere ich mich jedes Jahr, mich dem Weihnachtstrubel vor meinem Geburtstag Ende Oktober anzuschliessen.

Irgendwie deplaziert kommen mir die ganzen Produkte vor. Ich will keine Weihnachtskekse im Oktober (wie auch keine Erdbeeren im Februar). Die frühere Verfügbarkeit entzaubert sie gänzlich, macht sie alltäglich und nicht mehr besonders.

Um den Herbst gebührend zu ehren, verschicke ich gerne "Season`s Greetings", Herbstkarten. Vorallem um wenigstens ab und zu jemanden mit einer selbstgemachten Karte zu überraschen. Eigentlich gerne schon im September, wenn das "herbsteln" gerade so schön beginnt. Wie viele Sachen in meinem Leben braucht aber auch diese Aktion eine Dead-Line, und die ist Halloween. Zwar wird es hierzulande gänzlich anders gefeiert; wir schnitzen Räben, lustige Rüben, die heute wohl nur noch zu diesem Zweck gepflanzt werden, ich habe sie zumindest noch nie in einem Gericht gegessen obwohl es das sicher gibt. (Gerne lasse ich mich auch anders belehren.)

Rund um den Martinstag laufen dann die Kinder mit ihren Räbeliechtli, kleinen geschnitzen Laternen aus eben diesen Räben, an Umzügen durch die Dörfer und Städte und singen Lieder.

Aber zurück zu den Karten: Einzelne Elemente waren schon länger vorbereitet, die Bilder längst coloriert, die Ideen im Kopf, Rohkarten eingekauft und alle möglichen Zutaten geistig bereitgelegt. So war es heute nicht mehr schwer, einige Karten zu werkeln. Morgen werden sie auf die Reise gehen und ihre Empfänger hoffentlich beglücken.

Und dann kann es bald losgehen, mit den nächsten.... den Weihnachtskarten. Die sollen doch wenigstens Pünktlich fertig sein. Und wer kennt es nicht: nach dem 1. Dezember kommt meistens gleich der 23.
Äusserst seltsam, wo die restlichen Tage dazwischen jedes Jahr hinkommen ;)






Verwendete Materialien:
-Rohkarten von Artoz
-Aquarellpapier von Canson, 250 g/m2
-Tombows
-Stempel: Igel von PSX Rubber Stamps; Bank, Giesskanne und Mimosa von Bildmalarna; Wolken von  Beeswax; Devilish Lucy und Spooky Fenne von CC Designs; Fledermaus von Penny Black; Halloween Trinkest von Kraftin`Kimmie
-Stanzen: Spellbinders Nestabilities Labels Eighteen, Standard Circles, und Sizzix Hexagons. Ach ja, die Fledermäuse sind von CC Designs und die Ahornblätter vom Atelier Terziev.
-Papier: das mit den Nüssen hab ich irgendwann mal bei OBI mitgenommen, die restlichen Designpapiere sind von BoBunny, die Apple Cider collection (vom letzen Jahr)

Der Rest ist normales Zeichen- oder Bastelpapier.


Liebe Grüsse und kreatives Schaffen


Sonntag, 29. September 2013

Creativa Zürich 2013

Lieber Leser,

darf ich dir unseren neuen Familienzuwachs vorstellen?



Der Körper ist aus Bambusgarn gehäkelt, das hat mir als Material supertoll gefallen und ich werde es bestimmt bald mal für einen Schal oder so wiederverwenden.


Dieses Wochenende ist bei uns einer der Fixpunkte im Jahreskalender: Die Creativa ist in Zürich! Die Bastelmesse findet parallel zur Züspa statt. Ich war dieses Jahr wirklich positiv überrascht. Letztes Jahr schien sie mir sehr klein mit wenigen und z.T. schlecht organisierten Ausstellern, durch deren Stände kein Durchkommen war. Diesmal dagegen gab es einen sehr erfreulichen Zuwachs an Stempelläden, deutlich mehr Schweizer Selfmadeleute, die ihre Produkte angeboten haben und nur zwei absolut deplazierte Produktwerbungen (Verbandsmaterial und Fitnessdrink) :P

Eine grosse Überraschung war für mich, dass die Herzensschwestern (deren Blogs ich gerne immer wieder lese) einen grossen eigenen Stand hatten mit Stoffen, Webbändern und Nähworkshop. Vor lauter Eindrücken konnte ich mich nicht durchringen, den zu besuchen; das bereue ich jetzt natürlich....

Leider habe ich auch erst gerade vorhin festgestellt, dass gestern und heute auch noch ein Koffermärt stattgefunden hätte, dabei wollte ich doch schon lange mal einen anschauen...*seufz*

Hier meine Ausbeute :)




Lieber Leser, jetzt gehts ans fröhliche werkeln.... einen schönen Sonntag-Nachmittag wünsche ich Dir :)

Mittwoch, 18. September 2013

Winterschlaf

Lieber Leser,

weisst du vielleicht, wer dieses Wetter bestellt hat? Weil ich würde mich nämlich gerne beschweren.... wenn ich nur wüsste wo!
Gestern früh hatten wir 6°C und das kann ja wohl wirklich nicht wahr sein im September. Ich habe mir überlegt, Streichlisten zu führen, wie oft es regnet pro Tag; das gäbe sicher eine interessante Statistik.



 So schnappe ich jeden einzelnen Sonnenstrahl auf und sauge ihn ein - leicht gierig, versteht sich. Gerade jetzt, wo die Sehnsucht doch so gross ist. Ich möchte sammeln, egal was; essen, möglichst viele leckere Sachen und schlafen.... der Gartenschläfer in mir trommelt einen seltsamen Takt. Warum nur können Menschen keinen Winterschlaf machen bitteschön??

Im Moment hilft da nur eins: basteln, basteln, basteln.....

Daher ein weiterer kleiner "peek" an meinem wip:


Heute habe ich endlich die Ruhe gefunden, ein kleines Papierprojekt zu vollenden. Für meine Geige habe ich ja Reservesaiten hier liegen, aber da ich ja ein Mensch bin, der das Arbeiten an mehreren Projekten gleichzeitig liebt und folglich viel Chaos produziert, brauche ich einen Ort der Aufbewahrung, an dem ich sie zu gegebener Zeit auch wiederfinde. Da das nur im Geigenkoffer sein kann wo auch noch das Stimmgerät herumfliegt, hatte ich bedenken, dass die Saiten schon hin sind bevor ich sie brauche.... Daher musste eine kleine Hülle her, in der sie wohlgehütet liegen können.

Den Stempel hatte ich vorher noch nie koloriert, obwohl er schon Jahre bei mir wohnt. Er war ein Schnäppchen aus einer Restenkiste und ich finde ihn immer noch wunderschön. Ausserdem zeigt er den bittersüssen Nachtschatten, zu dem ich eine besondere Beziehung habe. Mit Tombows war das ganze gar nicht so kniffelig wie ich befürchtet hatte.

Innen sind vier Seiten aus Verpackungsmaterial, die die Saiten trennen. Verschlossen wird das ganze mit einem Brad und einer Schleife, die ich auf der Rückseite durch eine Öse gezogen habe.

Um es robust zu halten, habe ich das ganze mit Klarsichtfolie überzogen, was mir sonst eigentlich nicht so gefällt bei Papier, aber es soll ja eine Weile ansehlich bleiben obwohl es viel herumgetragen wird.





Lieber Leser, gute Nacht.....


Sonntag, 8. September 2013

Work in Progress

Lieber Leser, 

heute habe ich ein WIP mit dir zum teilen. Unterwegs ist ein Amigurumi nach einem Muster von Elisabeth Doherty, der Königin des Amigurumi-Schaffens.
Wenn du Lust hast: Elisabeth Doherty auf Flickr ist wirklich einen virtuellen Besuch wert. Ich bin fasziniert von ihrer Arbeit, wie sie sich die letzten Jahre entwickelt hat. Sie näht und strickt sogar jeder Puppe ihr passendes Kleid. 
Soweit bin ich zwar noch nicht, aber reizvoll ist das Ergebnis auf alle Fälle.

Viel Spass beim schmökern und einen schönen Sonntagabend...



Freitag, 6. September 2013

Gedankenschnipsel zur "Black Box"

Lieber Leser,

heute ist mir wieder einmal bewusst geworden, dass es Dinge gibt, die mich sehr von anderen Menschen unterscheiden. Ich würde so gerne den Vorgaben entsprechen, die von dieser Welt an mich gestellt werden, aber es geht nicht. Und es ist nicht so, dass ich mich nur ziere; mein ganzer Körper verweigert mir den Dienst, wenn ich besagte Anforderung an ihn stelle. Und bei jedem Versuch es dennoch zu schaffen, wird es nur schlimmer.

Ganz allgemein wird es wohl unter dem Begriff "Prüfungsangst" zusammengefasst. "Black Box", wenn der Kopf einfach leer ist. Dinge die ich weiss, sind irgendwo in meinem Gehirn verschachtelt, in einem Teil zu dem ich in diesem Moment keinen Zugang habe. Als wäre die Tür verschlossen und der Schlüssel verloren. Was ist wohl schlimmer: Informationen so nicht abrufbereit haben, oder wenn der Körper sich weigert zu kooperieren, die Augen nicht sehen was sie sehen und die Hände nicht machen was ich will?

Es nützt dann keine Entspannungsübung, kein "auf dem Boden bleiben" (was nämlich gar nicht geht), kein anstrengen, kein nochmalversuchen. Und danach weiss ich nicht, soll ich weinen, wütend sein, frustriert, es einfach wegstecken, noch mehr neue Lösungen suchen....
Wie soll ich es machen, dass nicht alles lauter klingt in meinen Ohren, als ich selber? Dass ich meinen Gegenüber nicht stärker spüre als mich selber? Seine Gedanken, seine Gefühle, seine Energie - decken mich zu, ohne Hoffnung auf Luft.

Was mir heute danach geholfen hat:
-zufällig vorhandenen Lieblingsplatz aufsuchen
-Blindschleiche vor einer Katze retten
-all meinen Gefühls-Stimmen zuhören die da durcheinander vorsichhinmurrten
-mehrere Tschick hintereinander rauchen
-gedankliches Streitgespräch mit der verursachenden Person führen
-mich mir selber zu erklären, warum es eben nicht ging
-die Erklärung in Gedichtform niedergeschrieben
-mir Geduld eingeräumt und bessere Zeiten versprochen


Um dich nicht hungrig zu lassen, hier das Gedicht, meine Gedankenschnipsel. Vielleicht geht dir ähnlich?


In meiner Welt 
hat alles seinen eigenen Klang.
Jeder Baum, jede Pflanze
jedes Tier,
jeder Mensch
-Menschen klingen lauter-,
die lautesten sind die Maschinen
mit ihren Motoren.

Die ganze Welt
ist wie ein grosser Chor,
ein fantastisches Konzert.

Nur meinen eigenen Ton zu hören
ist fast unmöglich 
für mich.

Mittwoch, 4. September 2013

Vorahnung

Lieber Leser,

mit dem kühlen Wetter das gerade über uns hereinbricht, schwingt auch eine ganze Portion bittersüsse Melancholie mit. Kennst du das Gefühl, wenn du es förmlich spüren kannst, wie sich das grosse Rad dreht? Vor meinem inneren Auge sehe ich die grossen, gewaltigen Speichen, wie sie in die Höhe wandern, fast stillstehen und dann mit neuem Schwung auf der anderen Seite hinunterrasen. Ein gewaltiges Schauspiel.

Hier ein Gedankenschnipsel für dich:


Zauberhafte Wiesen
voll von glitzernden Perlen
aus Tau.

Wundersame Netze 
kühn zwischen 
die dürren Halme gewoben.

Mythischer Nebel im Ried.

Die Sonne bricht sich 
so ganz besonders
im reifenden Mais.

Rascheln überall. 
Es wird gesammelt.

Schattenspiel am Morgen.
Amerikanische Erinnerungen.

Es wird Herbst.


Sonntag, 1. September 2013

Auf meinem Balkon....

Lieber Leser,

noch vor zwei Jahren hatte ich mir eine Gartenparzelle gemietet, die war zwar klein, aber leider deckte sich die Menge der Zeit, die ich in ihr zu verbringen gedachte, nicht mit der Zeit die ich effektiv hatte.
Nachdem sie sich immer mehr in eine "grüne Hölle" verwandelt hatte (ich muss anmerken, dass mir das sehr gefällt, wie die ganzen Wildkräuter zurückkehren, wenn man sie nur lässt), war die Verwendung als Nutzgarten nicht mehr so leicht vorzutäuschen und wir (die Parzelle und ich) mussten uns schweren Herzens voneinander trennen.

Seither versuche ich meine Sehnsucht nach Erde, die mich regelmässig überkommt, auf meinem Balkon zu besänftigen. Heuer habe ich im Baumarkt mit grossem Verzücken lehmhaltige Gartenerde gefunden (nachdem ich mich nicht durchringen konnte, in hiesigen Bachbetten danach zu graben) als perfekte Ergänzung zu den leicht austrocknenden Blumenerden, die es sonst so im Handel gibt. Die nach einem sengenden Sommertag wieder feucht zu kriegen ist nämlich mehr als eine Kunst.

Die Erkenntnisse des Balkongärtner-Sommers sind unter anderem folgende:

-Vernünftige Kistchen kaufen mit Überlaufschutz beim giessen. Das benetzen der Markise der Nachbarin ist unbedingt zu vermeiden.

-Zuviel giessen ist unmöglich bei der richtigen Erde.

-Frische Kräuter sind der wahre Luxus des Sommers. Ausserdem blühen sie wundervoll diskret und bringen die geliebten Bienen auf den Balkon. Merke: Das Summen der Bienen ist das Lied des Sommers.

-Bei Tomaten und Chilis ist auf frühreifende Sorten zu achten. Ausserdem ist das düngen derselben nicht zu vernachlässigen.

-Es lohnt sich durchaus Blumen zum halben Preis zu kaufen. Mit etwas Geduld und Zuwendung revanchieren sie sich reichlich.

-Erdäpfel ist im Topf nicht gerechtzuwerden.

-Weisse Fliegen sind von Anfang an zu bekämpfen. Die Sauerei rächt sich spätestens im Herbst, wenn die Wespen den Zuckersaft von den Blättern saugen kommen.

-Bohnen eignen sich nur bedingt für das Balkonkistchen, da sie durch etwaige Sommerstürme und Hagelgewitter stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Sie kippen auch leicht nach aussen, was das ernten erschwert.

-Deine Herzenspflanzen finden dich. Keine Ahnung wie sie es machen, aber sie schaffen es, auch bis in den ersten Stock.

-Trotz aller Leidenschaft ist zu bedenken, dass der Platz am Balkon begrenzt ist. *seufz*