Hintergrund

Sonntag, 29. September 2013

Creativa Zürich 2013

Lieber Leser,

darf ich dir unseren neuen Familienzuwachs vorstellen?



Der Körper ist aus Bambusgarn gehäkelt, das hat mir als Material supertoll gefallen und ich werde es bestimmt bald mal für einen Schal oder so wiederverwenden.


Dieses Wochenende ist bei uns einer der Fixpunkte im Jahreskalender: Die Creativa ist in Zürich! Die Bastelmesse findet parallel zur Züspa statt. Ich war dieses Jahr wirklich positiv überrascht. Letztes Jahr schien sie mir sehr klein mit wenigen und z.T. schlecht organisierten Ausstellern, durch deren Stände kein Durchkommen war. Diesmal dagegen gab es einen sehr erfreulichen Zuwachs an Stempelläden, deutlich mehr Schweizer Selfmadeleute, die ihre Produkte angeboten haben und nur zwei absolut deplazierte Produktwerbungen (Verbandsmaterial und Fitnessdrink) :P

Eine grosse Überraschung war für mich, dass die Herzensschwestern (deren Blogs ich gerne immer wieder lese) einen grossen eigenen Stand hatten mit Stoffen, Webbändern und Nähworkshop. Vor lauter Eindrücken konnte ich mich nicht durchringen, den zu besuchen; das bereue ich jetzt natürlich....

Leider habe ich auch erst gerade vorhin festgestellt, dass gestern und heute auch noch ein Koffermärt stattgefunden hätte, dabei wollte ich doch schon lange mal einen anschauen...*seufz*

Hier meine Ausbeute :)




Lieber Leser, jetzt gehts ans fröhliche werkeln.... einen schönen Sonntag-Nachmittag wünsche ich Dir :)

Mittwoch, 18. September 2013

Winterschlaf

Lieber Leser,

weisst du vielleicht, wer dieses Wetter bestellt hat? Weil ich würde mich nämlich gerne beschweren.... wenn ich nur wüsste wo!
Gestern früh hatten wir 6°C und das kann ja wohl wirklich nicht wahr sein im September. Ich habe mir überlegt, Streichlisten zu führen, wie oft es regnet pro Tag; das gäbe sicher eine interessante Statistik.



 So schnappe ich jeden einzelnen Sonnenstrahl auf und sauge ihn ein - leicht gierig, versteht sich. Gerade jetzt, wo die Sehnsucht doch so gross ist. Ich möchte sammeln, egal was; essen, möglichst viele leckere Sachen und schlafen.... der Gartenschläfer in mir trommelt einen seltsamen Takt. Warum nur können Menschen keinen Winterschlaf machen bitteschön??

Im Moment hilft da nur eins: basteln, basteln, basteln.....

Daher ein weiterer kleiner "peek" an meinem wip:


Heute habe ich endlich die Ruhe gefunden, ein kleines Papierprojekt zu vollenden. Für meine Geige habe ich ja Reservesaiten hier liegen, aber da ich ja ein Mensch bin, der das Arbeiten an mehreren Projekten gleichzeitig liebt und folglich viel Chaos produziert, brauche ich einen Ort der Aufbewahrung, an dem ich sie zu gegebener Zeit auch wiederfinde. Da das nur im Geigenkoffer sein kann wo auch noch das Stimmgerät herumfliegt, hatte ich bedenken, dass die Saiten schon hin sind bevor ich sie brauche.... Daher musste eine kleine Hülle her, in der sie wohlgehütet liegen können.

Den Stempel hatte ich vorher noch nie koloriert, obwohl er schon Jahre bei mir wohnt. Er war ein Schnäppchen aus einer Restenkiste und ich finde ihn immer noch wunderschön. Ausserdem zeigt er den bittersüssen Nachtschatten, zu dem ich eine besondere Beziehung habe. Mit Tombows war das ganze gar nicht so kniffelig wie ich befürchtet hatte.

Innen sind vier Seiten aus Verpackungsmaterial, die die Saiten trennen. Verschlossen wird das ganze mit einem Brad und einer Schleife, die ich auf der Rückseite durch eine Öse gezogen habe.

Um es robust zu halten, habe ich das ganze mit Klarsichtfolie überzogen, was mir sonst eigentlich nicht so gefällt bei Papier, aber es soll ja eine Weile ansehlich bleiben obwohl es viel herumgetragen wird.





Lieber Leser, gute Nacht.....


Sonntag, 8. September 2013

Work in Progress

Lieber Leser, 

heute habe ich ein WIP mit dir zum teilen. Unterwegs ist ein Amigurumi nach einem Muster von Elisabeth Doherty, der Königin des Amigurumi-Schaffens.
Wenn du Lust hast: Elisabeth Doherty auf Flickr ist wirklich einen virtuellen Besuch wert. Ich bin fasziniert von ihrer Arbeit, wie sie sich die letzten Jahre entwickelt hat. Sie näht und strickt sogar jeder Puppe ihr passendes Kleid. 
Soweit bin ich zwar noch nicht, aber reizvoll ist das Ergebnis auf alle Fälle.

Viel Spass beim schmökern und einen schönen Sonntagabend...



Freitag, 6. September 2013

Gedankenschnipsel zur "Black Box"

Lieber Leser,

heute ist mir wieder einmal bewusst geworden, dass es Dinge gibt, die mich sehr von anderen Menschen unterscheiden. Ich würde so gerne den Vorgaben entsprechen, die von dieser Welt an mich gestellt werden, aber es geht nicht. Und es ist nicht so, dass ich mich nur ziere; mein ganzer Körper verweigert mir den Dienst, wenn ich besagte Anforderung an ihn stelle. Und bei jedem Versuch es dennoch zu schaffen, wird es nur schlimmer.

Ganz allgemein wird es wohl unter dem Begriff "Prüfungsangst" zusammengefasst. "Black Box", wenn der Kopf einfach leer ist. Dinge die ich weiss, sind irgendwo in meinem Gehirn verschachtelt, in einem Teil zu dem ich in diesem Moment keinen Zugang habe. Als wäre die Tür verschlossen und der Schlüssel verloren. Was ist wohl schlimmer: Informationen so nicht abrufbereit haben, oder wenn der Körper sich weigert zu kooperieren, die Augen nicht sehen was sie sehen und die Hände nicht machen was ich will?

Es nützt dann keine Entspannungsübung, kein "auf dem Boden bleiben" (was nämlich gar nicht geht), kein anstrengen, kein nochmalversuchen. Und danach weiss ich nicht, soll ich weinen, wütend sein, frustriert, es einfach wegstecken, noch mehr neue Lösungen suchen....
Wie soll ich es machen, dass nicht alles lauter klingt in meinen Ohren, als ich selber? Dass ich meinen Gegenüber nicht stärker spüre als mich selber? Seine Gedanken, seine Gefühle, seine Energie - decken mich zu, ohne Hoffnung auf Luft.

Was mir heute danach geholfen hat:
-zufällig vorhandenen Lieblingsplatz aufsuchen
-Blindschleiche vor einer Katze retten
-all meinen Gefühls-Stimmen zuhören die da durcheinander vorsichhinmurrten
-mehrere Tschick hintereinander rauchen
-gedankliches Streitgespräch mit der verursachenden Person führen
-mich mir selber zu erklären, warum es eben nicht ging
-die Erklärung in Gedichtform niedergeschrieben
-mir Geduld eingeräumt und bessere Zeiten versprochen


Um dich nicht hungrig zu lassen, hier das Gedicht, meine Gedankenschnipsel. Vielleicht geht dir ähnlich?


In meiner Welt 
hat alles seinen eigenen Klang.
Jeder Baum, jede Pflanze
jedes Tier,
jeder Mensch
-Menschen klingen lauter-,
die lautesten sind die Maschinen
mit ihren Motoren.

Die ganze Welt
ist wie ein grosser Chor,
ein fantastisches Konzert.

Nur meinen eigenen Ton zu hören
ist fast unmöglich 
für mich.

Mittwoch, 4. September 2013

Vorahnung

Lieber Leser,

mit dem kühlen Wetter das gerade über uns hereinbricht, schwingt auch eine ganze Portion bittersüsse Melancholie mit. Kennst du das Gefühl, wenn du es förmlich spüren kannst, wie sich das grosse Rad dreht? Vor meinem inneren Auge sehe ich die grossen, gewaltigen Speichen, wie sie in die Höhe wandern, fast stillstehen und dann mit neuem Schwung auf der anderen Seite hinunterrasen. Ein gewaltiges Schauspiel.

Hier ein Gedankenschnipsel für dich:


Zauberhafte Wiesen
voll von glitzernden Perlen
aus Tau.

Wundersame Netze 
kühn zwischen 
die dürren Halme gewoben.

Mythischer Nebel im Ried.

Die Sonne bricht sich 
so ganz besonders
im reifenden Mais.

Rascheln überall. 
Es wird gesammelt.

Schattenspiel am Morgen.
Amerikanische Erinnerungen.

Es wird Herbst.


Sonntag, 1. September 2013

Auf meinem Balkon....

Lieber Leser,

noch vor zwei Jahren hatte ich mir eine Gartenparzelle gemietet, die war zwar klein, aber leider deckte sich die Menge der Zeit, die ich in ihr zu verbringen gedachte, nicht mit der Zeit die ich effektiv hatte.
Nachdem sie sich immer mehr in eine "grüne Hölle" verwandelt hatte (ich muss anmerken, dass mir das sehr gefällt, wie die ganzen Wildkräuter zurückkehren, wenn man sie nur lässt), war die Verwendung als Nutzgarten nicht mehr so leicht vorzutäuschen und wir (die Parzelle und ich) mussten uns schweren Herzens voneinander trennen.

Seither versuche ich meine Sehnsucht nach Erde, die mich regelmässig überkommt, auf meinem Balkon zu besänftigen. Heuer habe ich im Baumarkt mit grossem Verzücken lehmhaltige Gartenerde gefunden (nachdem ich mich nicht durchringen konnte, in hiesigen Bachbetten danach zu graben) als perfekte Ergänzung zu den leicht austrocknenden Blumenerden, die es sonst so im Handel gibt. Die nach einem sengenden Sommertag wieder feucht zu kriegen ist nämlich mehr als eine Kunst.

Die Erkenntnisse des Balkongärtner-Sommers sind unter anderem folgende:

-Vernünftige Kistchen kaufen mit Überlaufschutz beim giessen. Das benetzen der Markise der Nachbarin ist unbedingt zu vermeiden.

-Zuviel giessen ist unmöglich bei der richtigen Erde.

-Frische Kräuter sind der wahre Luxus des Sommers. Ausserdem blühen sie wundervoll diskret und bringen die geliebten Bienen auf den Balkon. Merke: Das Summen der Bienen ist das Lied des Sommers.

-Bei Tomaten und Chilis ist auf frühreifende Sorten zu achten. Ausserdem ist das düngen derselben nicht zu vernachlässigen.

-Es lohnt sich durchaus Blumen zum halben Preis zu kaufen. Mit etwas Geduld und Zuwendung revanchieren sie sich reichlich.

-Erdäpfel ist im Topf nicht gerechtzuwerden.

-Weisse Fliegen sind von Anfang an zu bekämpfen. Die Sauerei rächt sich spätestens im Herbst, wenn die Wespen den Zuckersaft von den Blättern saugen kommen.

-Bohnen eignen sich nur bedingt für das Balkonkistchen, da sie durch etwaige Sommerstürme und Hagelgewitter stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Sie kippen auch leicht nach aussen, was das ernten erschwert.

-Deine Herzenspflanzen finden dich. Keine Ahnung wie sie es machen, aber sie schaffen es, auch bis in den ersten Stock.

-Trotz aller Leidenschaft ist zu bedenken, dass der Platz am Balkon begrenzt ist. *seufz*